Franz von Assisi Hundenothilfe e.V.
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Erasmus

Erasmus

Geburtsdatum: Dezember 2013

Rasse: Epagneul Breton

Herkunft: Ubeda

Notfall - Leishmaniose positiv

Wenn in Spanien Ende Februar die Jagdsaison zu Ende geht verlieren jedes Jahr abertausende Jagdhunde ihre Daseinsberechtigung, und das in jeder Region des Landes. Spanien ist das einzige Land in der Europäischen Union, in dem die Jagd mit Jagdhunden noch erlaubt ist. Sie werden nur zu diesem Nutzen angeschafft, ein Instrument, nichts weiter. Verlieren sie ihren Nutzen, indem sie nicht den erwünschten Jagderfolg bringen, langsamer oder älter werden, ggf. tierärztliche Hilfe bräuchten, werden sie gnadenlos aussortiert, denn ein nutzloses Tier will man nicht weiter durchfüttern. Sie werden hilflos ausgesetzt oder zu Tode gequält, eine stet wiederholende stille Tragödie, die man seitens der Jägerschaft mit Tradition als Absolution rechtfertigt. Jedes Jahr wieder füllen sich im Frühjahr erneut bis zum zerbersten Tierheime und Tötungen, die sogenannten Perreras, mit ausgesetzten, verletzten, kranken oder von ihrem Herren direkt abgegebenen Hunden jeglicher Jagdhunderassen. Ebenfalls jedes Jahr wieder kämpfen Tierschützer im eigenen und im Ausland gegen Windmühlen, und natürlich um das Überleben all dieser armen Seelen…

Unser Erasmus ist einer von ihnen, dem dieses Jahr seine Daseinsberechtigung von seinem Herren genommen wurde. Auch er wurde pünktlich ausgesetzt, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass er irgendwo jämmerlich verhungert. Doch Erasmus hatte einen Schutzengel, denn er wurde von unseren Tierfreunden gefunden und fand Zuflucht in unserem Partnertierheim. Auch wenn der hübsche, ca. im Dezember 2013 geborene, wahrscheinlich reinrassige Epagneul Breton mit einer Schulterhöhe von nur 45 cm bei einem Gewicht von 14 kg  verständlicherweise in keinem guten gesundheitlichen Zustand war, war er in Sicherheit. Wie sich in der folgenden Blutuntersuchung heraus stellte, hatte man diesen freundlichen, überaus menschenbezogen und liebenswerten Rüden nicht geschützt, was leider unter den Jägern üblich ist, denn wozu für sein Jagdinstrument Geld ausgeben wenn man es im Fall der Fälle wie Müll entsorgen kann. Erasmus wurde leider positiv auf Leishmaniose getestet. Selbstverständlich wurde von unseren Freunden gleich mit seiner Behandlung begonnen, gern klären wir in einem persönlichen Gespräch auf. Wir hoffen trotz der Diagnose, dass Erasmus eine ehrliche Chance als echtes Familienmitglied bekommt, denn das Leben als geliebter Vierbeiner so wie wir es kennen hat er sicher nie kennenlernen dürfen. Unsere Freunde vor Ort beschreiben ihn als einen sehr lieben, anhänglichen und eher ruhigen Hundebub, der einfach dankbar für jegliche Aufmerksamkeit ist und die kurze Zeit für Streicheleinheiten unheimlich genießt. Erasmus kennt das Laufen an der Leine, achtet dabei auf seinen Menschen und auch mit Artgenossen versteht er sich prima. Gesucht wird nun händeringend nach einem ruhigen, nicht zu turbulenten, hundeerfahrenen Zuhause, wo man seine Gesundheit wieder auf den rechten Weg bringt. Denn das Tierheim ist nicht der richtige Ort für seine Genesung und das Rudelleben hinter Gittern zwischen all den großen Hunden hart und gefährlich. Sein neues Heim sollte eher naturnah liegen und einen hundesicheren Garten haben, indem unser hübscher Junge Freude mit seiner Familie haben darf. Tolle Entdeckertouren durch die Natur dürften eine Selbstverständlichkeit sein, auch gegen einen bereits vorhandenen Artgenossen hätte Erasmus sicher nichts einzuwenden und die Kuschelstunden nach denen sich unser toller Junge so arg sehnt dürfen natürlich auch nicht zu kurz kommen. Kinder sollten sich bereits in einem rücksichtsvollen, vernünftigen Alter befinden. Bei Ankunft in Deutschland wäre der ausgesprochen nette Bub gechipt und vollständig geimpft, eine Kastration entscheidet sein Gesundheitszustand zum jeweiligen Zeitpunkt. Wir wissen, es ist gerade für infizierte Hunde sehr schwer ein liebevolles Zuhause zu finden. Wünschen uns jedoch nichts mehr, als dass auch Erasmus einmal spüren darf wie es ist, von ganzem Herzen wirklich geliebt zu werden, und das mit der Hilfe seiner Menschen für hoffentlich noch viele, wundervolle gemeinsame Jahre!


Kontakt:

Jeannette Bech

Tel. (03677) 84 17 74 (nach 18.00 Uhr)

Email: Jeannette.Bech@hunde-ohne-lobby.de