Franz von Assisi Hundenothilfe e.V.
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John-Boy

John-Boy

Geburtsdatum: Juli 2014

Rasse: Chihuahua

Herkunft: Linares

Kastrationsstatus: kastriert

Auf Pflegestelle in Neumarkt / Bayern

Menschen züchten immer mehr Hunde, während die traurigsten Wesen vergeblich auf ein schönes Zuhause warten. Der Welpenhandel boomt weltweit, denn kaum einer kann einem sooo süßen Hundebaby widerstehen. Und billig in der „Produktion“ muss ein Welpe sein, dann kann man als unseriöser (Hinterhof)Züchter damit richtig gutes Geld verdienen. Doch kaum einer fragt beim Anblick der vielen putzigen Hundekinder nach den Elterntieren. Diese bleiben versteckt im Verborgenen und leiden still. Und so werden diese Qualzuchten niemals ein Ende nehmen, solange die Menschheit nicht umdenkt.

Ob John-Boy weiß wie Geborgenheit aussieht das bezweifeln wir, aber wie es in einer Hundehölle ist, das weiß er ganz sicher! Der kleine Chihuahua ist nämlich ein ausrangierter Zuchthund aus Spanien, der letztendlich in einer Tötungsstation sterben sollte.

Durch die Schließung eines sogenannten „Hundeladens“ kamen einige erwachsene, meist Rassehunde in die Tötungsstation; sie hatten ihren Zweck erfüllt, haben ausgedient, denn keiner will in Spanien einen „gebrauchten“ Hund. Wir haben diese entsorgten Seelchen durch ein „Ticket aus der Hölle“ retten können und bemühen uns nun, dass wir diesen, dem Tode entronnenen Hündchen, eine schöne, endlich sorgenfreie Zukunft bei liebevollen Hundefans schenken können, die eben keinen Welpen wollen und nicht auf die dreckige Mitleidsmasche der meist illegalen Verkäufer reinfallen.

Zwischenzeitlich konnten wir John-Boy und seine Leidensgenossen nach Deutschland holen und in Pflegestellen unterbringen. In seinem Impfausweis steht, er wäre im Juli 2014 geboren! Mit 27 cm (bei 4 kg) ist er nicht ganz so winzig und krank gezüchtet wie so manch anderer Vertreter dieser Rasse. Der arme Wurm hat verständlicherweise noch Angst, ist total unterwürfig. Er kann es kaum fassen, dass er nun ein weiches Kissen als Unterlage hat, ein Sofaplätzchen, dass er Streichelhände spüren darf und eine Wiese unter seinen Füßen spürt. John-Boy fängt nun Stück für Stück an dies alles zu genießen, seine neu gewonnene Freiheit kann er noch gar nicht wirklich fassen. Zurückhaltend aber neugierig schließt er sich den Hunden der Pflegefamilie an, die ihm den Schritt ins neue Leben etwas erleichtern. Sie zeigen ihm, dass man sich trauen kann, und wie ein strukturierter Tagesablauf aussieht. John-Boy ist und bleibt ein Hund der leisen Töne, er lässt alles geduldig und widerstandslos über sich ergehen, zeigt keinerlei Aggressionen, selbst in Stresssituationen ist er ergeben. Menschliche Zuwendung war ihm fremd, aber jetzt steht auch das Kuscheln auf seiner Wunschliste. Wir suchen nun dringend für den kleinen, momentan etwas zurückhaltenden Zwerg ein liebevolles Zuhause bei geduldigen Kleinhundefans, die einen ruhigen, strukturierten Tagesablauf bieten können. Als Stadthund kann John-Boy sicher nicht glänzen, aber ein Zuhause mit hundesicherem Garten im ländlichen Bereich wäre ideal. Da der kleine Hasenfuß immer in einem Rudel gelebt hat wäre es wünschenswert, wenn er zu einem oder mehreren souveränen Artgenossen dazukommen würde.

Wir haben uns gewundert, dass fast bei allen dieser kleinen Chihuahuas ein Stückchen von der Zunge aus dem Mäulchen hervorragt. Bei einem Hund könnte man das ja evtl. noch nachvollziehen, aber gleich bei 5 Stück?? Meist kennt man das Phänomen bei ganz alten Hunden, die keine Zähne mehr haben. Aber altersmäßig kann das hier wohl kaum zutreffen, John-Boy ist ja erst 4 Jahre alt. Aber jetzt wissen wir des Rätsels Lösung: Wenn Hunde über lange Zeit auf kleinstem Raum in Käfigen eingesperrt sind, beißen sie verzweifelt an den Gittern herum, in der Hoffnung, diese so zu überwinden und flüchten zu können. John-Boys Hoffnung auf Freiheit hatte sich so leider nicht erfüllt, dafür sind fast alle Zähnchen vorne abgewetzt oder ruiniert worden. Der Gedanke, was ein jeder dieser Hunde durchgemacht hat, ist kaum zu ertragen und macht uns wütend. Wie kann man mit einem hochsozialen, menschenbezogenen Lebewesen derart herzlos umgehen?

John-Boy hofft nun auf einen Neuanfang, vielleicht bei Ihnen? Der kleine Kerl ist kompl. durchgeimpft, kastriert und hat einen negativen Mittelmeercheck.


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