Franz von Assisi Hundenothilfe e.V.
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Chabela

Chabela

Geburtsdatum: Juni 2019

Rasse: Galgo Espanol

Herkunft: Ubeda

Kastrationsstatus: kastriert

Notfall - Handicaphund nach Misshandlung

Immer wenn wir denken die Tierschutzarbeit so vieler Menschen hat endlich Früchte getragen, alterhergebrachte Traditionen wurden gebrochen und Schlimmeres gibt es nicht zu erleben, werden wir eines Besseren belehrt und in die tiefen menschlichen Abgründe der Realität zurück gerissen. Schicksale, die uns zu tiefst berühren, unseren Atem lähmen, für die wir keine Worte finden. Wer als Tierschützer in die Tiefen der Galgohaltung in ihrem Ursprungsland Spanien einmal eingedrungen ist, dem wird dieses Thema den Odem rauben, und niemals wieder loslassen. Ein Versprechen, was man dabei nicht mal geben muss. Das unter Kennern bekannte Gedicht: „Die Qualen der Galgos“, könnte Chabela’s Schicksal für mich nicht besser darlegen…

Wenn in Spanien Ende Februar die Jagdsaison zu Ende geht verlieren jedes Jahr abertausende Jagdhunde, insbesondere Galgos und Podencos ihre Daseinsberechtigung, und das in jeder Region des Landes. Spanien ist das einzige Land in der Europäischen Union, in dem die Jagd mit Jagdhunden noch erlaubt ist. Sie werden nur zu diesem Nutzen angeschafft, ein Instrument, nichts weiter. Verlieren sie ihren Nutzen, indem sie nicht den erwünschten Jagderfolg bringen, langsamer oder älter werden, ggf. tierärztliche Hilfe bräuchten, werden sie gnadenlos aussortiert, denn ein nutzloses Tier will man nicht weiter durchfüttern. Sie werden hilflos ausgesetzt - oder zu Tode gequält - eine stet wiederholende stille Tragödie, die man seitens der Jägerschaft mit Tradition als Absolution rechtfertigt. Ebenfalls jedes Jahr wieder kämpfen Tierschützer im eigenen und im Ausland gegen Windmühlen, und natürlich um das Überleben all dieser armen Seelen - Chabela’s Geschichte:

Chabela ist eine wunderschöne gestromte Galga, gerade erst 2 Jahre alt (geb. Juni 2019). Mit großer Wahrscheinlichkeit hat sie vorher einem Jäger gehört. Am letzten Maitag diesen Jahres wurde das arme Mädchen bewusstlos in einem Dorf in der Nähe unseres Partnertierheimes aufgefunden, mit schwersten Kopfverletzungen. Die Finder riefen die Polizei und das arme Mäuschen wurde sofort in die Klinik gebracht. Da sie schlecht Luft bekam wurde selbstverständlich Sauerstoff- nebst Infusionstherapie sofort eingeleitet, was ihr das Leben rettete. Im 3 D-Röntgen mittels Spiral-CT-Scan zeigte sich das ganze Ausmaß. Chabela zeigte hier mehrfache Trümmerfrakturen im linken Gesichts- und Kopfbereich (Untersuchungsergebnisse und Röntgenmaterial liegt uns vor). Erst dachte man, es wurde auf das arme Mädchen geschossen. Aber die Untersuchungen ergaben etwas ganz Anderes, so dass die Seprona eingeschaltet wurde. Es handelt sich hierbei um schwerste Misshandlung durch Menschenhand, die auch für unsere Freunde keinen anderen Schluss zulässt. Es war nicht klar, ob das arme Mädchen diese schweren Verletzungen lebend übersteht. Aber Chabela ist eine Kämpferin, und unsere Tierärzte vor Ort haben erneut alles gegeben, um ihr wertvolles Leben zu retten. An dieser Stelle unseren tiefsten Dank an all unsere großartigen Freunde vor Ort!

Aufgrund der Schwere der Verletzungen mit Frakturen im Kopfbereich und mittelschwerer Vorderkammerblutung zeigt Chabela nach Genesung bei Entlassung aus der Klinik noch eine leichte Tertraparese. Ihr linkes Auge konnte gerettet werden, hier schielt sie etwas. Es ist für unsere Freunde und uns ein Wunder, dass sie das alles überhaupt überlebt hat. Chabela wird leider zeitlebens diese Behinderungen behalten, die sie einem zutiefst bösen Menschen zu verdanken hat. Für uns ist jedoch die Zukunft von Chabela wichtig, und so sind wir nun auf der Suche nach einem ganz liebevollen, windhunderfahrenen Zuhause, wo Chabela mittels ihrer Menschen alles vergessen und endlich erfahren darf, was die Worte „Liebe“ und „Geborgenheit“ überhaupt bedeuten...

Entlassen aus der Klinik befindet sich Chabela bei einer liebevollen Mitarbeiterin der Klinik. Unser Partnertierheim wäre niemals der richtige Ort für eine nun vom Leben so gezeichnete arme Hundeseele gewesen, denn Chabela benötigt noch viel an menschlicher Fürsorge für ihre weitere Genesung. Mit ihrer Schulterhöhe von 63 cm bringt sie dank der liebevollen Fürsorge nun gesunde 23 kg auf die Waage. Chabela ist eine sehr liebevolle Galga, mag sogar Katzen und ist freundlich zu anderen Hunden. Natürlich schläft sie noch viel, benötigt Ruhe, rennt aber ebenso schon gerne. Zu fremden Menschen verhält sich Chabela schüchtern und sehr zurück haltend. Manchmal ist sie auch noch nervös. Für Galgokenner ein Schatz, der es verdient hat endlich die Sonnenseiten im Leben kennenzulernen!

Für unser Handicap-Mädchen suchen wir ein ländliches Zuhause mit windhundsicher eingezäunten Garten für unbeschwertes Durchstarten. Eine Vermittlung in die Stadt oder reine Wohnungshaltung ohne gesicherten Auslauf kommt für uns nicht infrage. Wir suchen ein liebevolles, ruhiges Heim bei erfahrenen Menschen, welche bereits eine nette Langnase zur Orientierung bei sich zu Hause haben, die gern ihr Bettchen mit Chabela teilen würde. Liebevolle Kinder sind natürlich auch kein Problem, wenn sie sich bereits in einem verständnisvollen Alter befinden. Nur zu turbulent sollte es nicht zugehen. Bei Ankunft in Deutschland wäre Chabela natürlich gechipt, vollständig geimpft, entwurmt und kastriert. Ein aktueller Mittelmeercheck würde ebenfalls ihrem EU-Pass beiliegen. Wo sind die wundervollen Langnasenfans, die Hunden wie unserer zauberhaften Chabela beweisen, dass das Wort „Menschlichkeit“ seine Bedeutung auf dieser Erde noch nicht vollständig verloren hat?

„Stünde die Welt für jedes Leid, das einem Tier zugefügt wurde, auch nur für eine Sekunde still, sie würde sich nie wieder drehen…“

(Unbekannt)

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir für Chabela NICHT auf der Suche nach einer neuen Pflegestelle sind, sondern nach einem endgültigen, liebevollen Zuhause für immer!




Kontakt:

Jeannette Bech

Email: Jeannette.Bech@hunde-ohne-lobby.de

Bitte nur schriftliche Anfragen – Telefontermine können aufgrund von Schichtarbeit nur nach Vereinbarung getroffen werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis!